Puh, lot of stuff. Habe mir das Programm nun mal etwas genauer angesehen. Hier meine unmaßgeblichen Must-see-Sessions.
Das Lobo-Dilemma
Sascha Lobo? Klar will ich den sehen. Ich finde Lobo gut. Lobo ist wichtig. Lobo sagt gut ausgedachte Sachen. Ich stimme oft mit Lobo überein. Ich habe von Lobo schon einiges gelernt. Ich sehe sogar darüber hinweg, dass er sich manchmal zu gern selbst reden hört. Noch knapper, noch reduzierter, noch konzentrierter – mehr Lobo-Aromen in noch weniger Wortsuppe, das wäre toll.
Problem: Lobo gibts dieses Jahr doppelt.
Einmal am Tag 1 Abend um 19:45 Uhr den Überraschungsvortrag. Er schreibt, dass er das Thema im Blog abstimmen lassen will. Finde dort aber nix. Überraschung perfekt also?
Halt, ich nehme das zweite. Ist am Tag 2 Vormittag, gleich um 10 Uhr. Es geht um die digitale Öffentlichkeit im privatisierten Kommunikationsraum. Denn, machen wir uns nichts vor und so verstehe ich die Bescheibung, die Orte, an denen sich die Online-Dorfplätze realisieren, sind in der Hand von Unternehmen. Und die wollen Geld verdienen. Mit uns. Darüber unterhält sich eine illustre Runde von Auskenner_innen, von Frau Pickhardt über Herrn Kappes bis hin zu Herrn Lueke. Das will ich sehen. Hoffentlich fetzen sie sich und das wird nicht son Konsenssauce. Stopp: Lobo ist dabei, der wirds schon aufmischen.
Frau Horn und Herr Lauer nölen rum
@habichthorn und @schmidtlepp machen irgendwas am Abend von Tag 1. Irgendwie geht es um TV. Um Talk-shows. Um die endlose Ödnis dieser Veranstaltungen. Um die Vorhersagbarkeit dieses ritualisierten Schattenboxens im Streit der Meinungen. Oder so ähnlich. Bin gespannt, was das wird. Ob die das einigermaßen hinkriegen. Aufs Maul gefallen sind sie ja nicht.
Feuer Frei!
Den Tag 2 lasse ich ausklingen mit einer vollen Ladung Häme. Die will ich ausschütten inmitten einer feixenden Meute über den Mist im Web. Jeder kann alles veröffentlichen und das haben wir nun davon: die Katastrophen werden gegeißelt stellvertretrend in Form von peinlichen Videos in einer Session des Webvideopreises. Vergeben wird der FAIL-Award. Abgestimmt wird mittels Buhrufe. Brot und Spiele. Böse. Ich will böse sein.
#urheberrechtsdebatte
Fast dachte ich, dass das aktuell größte Aufregerthema im Web gar nicht stattfindet, doch jetzt diese Session. Leider noch nicht der endgültige Volkskongress, auf dem über die Zauberformel abgestimmt wird, mit dem dieser Konflikt sein Ende findet. Dauert noch 10 Jahre. Mindestens. War ja bei Atomkraft ähnlich. Das Panel, dass Johnny Haeusler moderiert, kann ein weiterer Schritt sein, Klarheit zu schaffen, die Fronten zu klären. Die Teilnehmer_innen lassen vermuten, dass es eine Diskussion auf hohem Niveau geben wird. Fetzt euch!!
- Singer/Songwriter Roxanne de Bastion wird erzählen lönnen über die Macht des Netzes in der Musikwelt.
- Conrad Fritzsch ist der Kopf von tape.tv, ein Kanal, auf den ich immer häufiger stoße, wenn es um Musikvideos geht. Die Arzte zeigen da gerade ihre neue Platte komplett für lau.
- Konrad von Löhneysen ist Musikmanager.
- Jemand von der GEMA. Ja, GEMA! Noch weiß man nicht, wer kommt. Ich hoffe, dass sich jemand traut.
Twitter und der @regsprecher
An Tag 3 werde ich mich von 13:45 bis 16 Uhr in den Saal 1 setzen. Die zwei Sessions, die dort stattfnden, möchte ich nicht verpassen.
Zum einen Twitter. Twitter ist Gott aktuell. Twitter ist das zentrale Nervensystem der digitalen Welt. Also der Welt eigentlich. Twitter hat in Deutschland aber noch viel aufzuholen, hier läuft es sich nicht so gut wie andernorts. Aber: Twitter kommt nach Deutschland. Das Büro befindet sich im Aufbau. In der Session will Katie Jacobs Stanton (@KatieS), Vice President of Market Development von Twitter, mehr erzählen, wie die sich das vorstellen. Ich bin gespannt. Auch auf Frau Stanton, die drei Kinder hat.
Danach folgt gleich der Auftritt des @regsprecher. Steffen Seibert wird erzählen von den Aktivitäten der Bundesregierung im Web. Sicher, Seibert ist ein Profi, der wird viel weichgespültes verbreiten wollen. Ich hoffe auf die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die entscheidende für mich lautet, ob die ja eigentlich recht erfolgreichen Dialogprojekte der Kanzlerin wirklich konkret in die Regierungsarbeit einfließen. Wenn nicht, würde es sich ja um reine Schaufensterveranstatungen handeln, ein anderes, irgendwie fieseres Format, die Botschaften der Macht zu verbreiten.
Habe ich was vergessen? Bestimmt. @mspro, @plomlompom, Arabien, die Twitttershow, die Royal Revue, ach, das wird noch was werden.