Panische Fashionfails

Die ersten Boatpeople sind zurück – und zack, füllt sich die Bude wieder.

Währenddessen…

Erzählen die Blogdinosaurier vom Krieg und den nachfolgenden Hungerjahren. Ja, damals, als wir uns unsere CM- und Blogsystem noch selbst programmiert haben. Das waren harte Zeiten. Da haben wir schrottige Kurzgeschichten veröffentlicht. Und ist es heute besser? Fast. Die Nervereien sind die gleichen geblieben: Dreckskommentatoren. Während Schwenzel es aufs Alter schiebt, dass es ihn einfach egal ist, was ihr schreibt, hat Anke Gröner die einfach abgestellt. Finde ich gut, was sie dazu sagte: “Irgendwann hat die Schere im Kopf angefangen, weil es so erwartbar war, was dann an Kiritk kam. Ohne Kommentare ist man freier.”

Währenddessen…

Hier werden auch Gagdets verkauft. Macht Sinn. Aber was nehmt ihr so mit, abgesehen von preisreduzierten Nerd-Shirts (ihr seid so hässlich)? Antwort am Stand: die Holzmaus läuft am besten. Gleich danach kommt ein Billigartikel: der Panik-Button. Was will uns das sagen? Ihr seid offenbar mit den Nerven am Ende. Das Chaos lauert in jedem Pixel auf dem Bildschirm.  Blue Screen gefällig? Daher die Sehnsucht nach nervennährendem Handschmeichlern und einfachen Lösungen: den roten Knopf drücken und abwarten, was passiert. Und was passiert? Nichts. Get used to it, Digihead!

Fottogadget

 

Übrigens: Blogsenioren stehen auf weiße iPads. Was für ein Fashionfail. Oder passt das zum ergrauten Haupthaar? 

Fotopads

 

Hirn braucht re:lax

Heute alles etwas entspannter hier. Die Massen verteilen sich auf Boote, einige sind abgereist, andere machen heute Urlaub und die allerletzten sind vom Suff so angematscht, dass sie noch verstört auf dem Bürgersteig vorm Lola (Lala, Lulu, egal?) dösen. Dort staute sich gestern Abend der schwarze Block so arg, dass die Polizei um Räumung der Straße bat. Kleiner Warnhinweis bevor die Wannen anrauschen und die unangemeldete Demo auseinanderknüppeln.

Kein Gedränge also mehr und das Wetter ist eh besser, sodass man draußen rumhängen kann. In den Sessions schafft das Raum fürs Denken. Hirn braucht re:lax. Neuronen wollen kreisen.

Über die Raumverhältnisse macht sich das re:publica-Team bereits seit Wochen Gedanken. Konkrete, verkündbare Ergebnisse gibt es noch keine. Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass das hier die letzte re:publica in Palast und Scheune ist. Schnief.

Jedenfalls gab es schon morgens um 10 Uhr äußerst hirnaktive Sessions, wie die von @mspro. Fazit: dein Kontrollverlust über deine Daten wird geschehen. Außerdem werden komplexitätsreduzierende Institutionen den Bach runter gehen. Und was verhindert das Chaos? Antwort: Algorithmen. Ich hoffe, er hat sich nicht verrechnet.

Auch in den anderen Sessions sitzt man entspannt, hört zu. Hier ist Raum fürs Denken.

Währenddessen…

Mittags sitzt ein DJ für die Party heute Abend in der Scheune und sucht schon mal die Songs aus. Was erwartet uns ab 19 Uhr? “Disco. HipHop. Kein Reggae.” Im Keller gibts dann noch was für die härtere Fraktion mit Kraftfuttermischwerk und evtl. @nerdcore. Das Ganze soll heute Nacht enden um ein Uhr. “Dann holen uns unsere Eltern ab. Erinnert mich an Jugenddisco,” so der MC. Wir sind jedenfalls dabei, also beim Arschwackeln.

Feiern wir den Abschied!

Kalkscheune: nichts geht mehr

Ohweh, es wird immer schlimmer. Jetzt mussten die Veranstalter schon die Kalkscheune temporär dicht machen. Hier ein Beweisfoto von Hobbes.

So hat das @SPD_amin gesehen

Hm2aej

Eins ist klar: die Klagen werden lauter. @gequoman schreibt, wie immer etwa polemisch: “Kauft euch mal ne richtige Location” Schön wärs, werden Spreeblick und New Thinking denken.

Hey, re:publica, wir fragen: wie lösen wir das Problem? Habt ihr zu viele Teilnehmer zugelassen? Opfer des eigenen Erfolgs? Ist das Wetter schuld, weil das nasskalt Wetter alle in die Räume treibt? 

Irgendwas muss jedenfalls passieren. Nur wachsen geht nicht. Die Infrastrukturen sind überlastet. So machts keinen Spaß.

Aus Scheiße Geld machen

Zu Fuß, wir müssen zu Fuß gehen! Die Außenschnösel lassen Mitte absperren und der Rest ist Chaos. Also wieder frische Luft, um herzukommen, den Restalkohol abbauen. Leider sind einige zu spät gekommen zum Frühschoppen mit Prosecco. 

Währenddessen…

Techblogger beantworten Mailanfragen von langjährigen Lesern. Thema: nach Trennung soll der Ex nicht mehr mit den alten Passwörten hantieren. Was tun? Nochmal rückfragen was eigentlich überhaupt gemeint ist. Fazit: wir sind doch schon irgendwie Experten für die da draußen. Meinte Sascha ja gestern auch und bemängelte, wir würden einfach zu sehr im eigenen Saft kochen und nix nach draußen kriegen. Stimmt schon.

Währenddessen…

Hier scheint jemand rumzulaufen und klaut harte Ware. Unschön. Apropos Hartware: Apple-Dichte ist schon hoch, oder? Schätze 90 Prozent der Rechner, Smartphones ähnlich. Was gar nicht mehr stattfindet: man zeigt sich keine “geilen Apps” mehr. Entweder, es gibt keine guten neuen oder alle kennen sie schon, oder man will sich das “kenn ich schon” ersparen. Oder sind Apps einfach uncool? Oder wegen der wachsenden Kluft zwischen Android und MacOS. Was meint ihr? Andere Erfahrungen gemacht?

Smartphones

Foto: Android-Smartphones am Tisch von LG-Blog

Währenddessen…

Ende der Welt war langweilig, sagen alle. Erkenntnis: es gab sogar bereits einen goldenen Shitstorm. Aus Scheiße also Geld gemacht. Nicht schlecht: das Web kann alles, macht alles, ist das größte. Warum sollte das enden?

Währenddessen…

Speaker versuchen aufblasbare Puppen an der Garderobe loszuwerden. Wir wollen nicht wissen, um was für einen Fetisch es sich handelt.

 

Noch Reste von gestern…

 Das hier hatte ich noch auf der Platte von gestern, mal raus damit noch. Wäre doch schade drum.

Passt mal auf: wenn eine nette Spiekerin für ihren Vortrag über Politblogger dich nicht ausgesucht hat, obwohl du seit 123 Jahren dabei bist, dann ist das kein Grund, die arme Dame zu beschimpfen. Vielleicht liegt es einfach daran, dass dein Ding langweilig, zu polemisch oder einfach nur Mist ist. Also setzen, sechs.

Berlinbeleidigungen sind schwer in Mode. “Wir sind um 23:30 Uhr am Hauptbahnhof angekommen und wollten noch Getränke fürs Hotel kaufen – Pustekuchen, waren natürlich alle Läden dort schon zu. Berlin ist doch nichts weiter als der Supermarktparkplatz von Hamburg.” Damit macht man sich hier natürlich so richtig Freunde.

Mit Goldklumpen behängte Postbeamte jammern übrigens auf hohem Niveau und freuen sich über Nine-to-five-Jobs.

Währenddessen…

Im Palast macht die Paterre-Theke neben den Gaderobe jetzt zu. Tagesstats: 178 Kaffee ausgeschenkt. Das beleibteste Kaltgetränk erwartbarer Weise: Club Mate. 58 verkauft. Dann kommt aber schon gleich CocaCola mit 50 Einheiten. Ihr seid so ausrechenbar.

Währenddessen…

Die ersten Leute verlassen die re:publica, um noch “einen Kundentermin wahrzunehmen.” Freundin halbe Stunde später:”Warum weiß ich davon nichts? Nennt man das jetzt so?”

Währenddessen…

Sascha Lobo: “Ihr nervt.” Tja, besser hätten wir das nicht sagen können.

Way Too Much

Die Konferenz läuft sich so langsam warm. Nee, eigentlich läuft sie sofort heiß – denn: ihr seid zu viele und ihr macht nur Mist.

Die Kalkscheune ist zu voll, Leute. Ihr seid verdammt zu viele. Die Orga muss euch schon zählen und lässt nur noch nach einer Art Ampelsystem rein. Eben gabs schon argen Stau beim RAUSGEHEN. Da haben Leute sogar ihren Zug verpasst. Panik. Ist einfach zu gefährlich, wenn doppelt so viele in den Räumen sind, wie da reindürfen. Macht euch mal dünner, verdummich.

Und im Palast ist Platz, spannende Vorträge und keine Sau ist dort. Johnny BITTET dringend darum, dass zu ändern, ihr Säcke: “Teilweiwse sitzen da zwei Leute im Palast und dabei sind das tolle Referenten aus dem Ausland mit super interessanten Themen. Stattdessen rennen alle zu den bekannten Nasen in die Kalkscheune. Das ist doch peinlich.” Nungut, zumindest ihm. Verständlich.

Währenddessen…

 Kann man in der Kalkscheune im Hof überdacht rauchen. Bravo. Also hingehen.

Währenddessen…

Die Nervosität bei den Spiekern steigt. Hält die Präse, was sie verspricht? Klappt das mit der Technik? Selbst so alte Hasen wir der Nilzenburger konnte man stöhnen hören, über “und dann muss man eine Programmzeile in der Firmware ändern, oh mann.”

Apropos Senioren: die sitzen entspannt rum und erzählen von früher. Da seien sie rumgesprungen, stundenlang draußen rumgehangen “und Erdlöcher geraucht.” 

Triff mich

Klar, es ist nicht alles schlecht.

Die Jungs mit dem TAZ-Kaffeestand kassieren schneller als die Pappbecher mit dem allerdings unplörkigen Cremegetränk auf der Theke stehen. Was das hier eigentlich sei, fragte einer. “Nee, Nerds sind das hier nicht. Eher so PR-Leute und Medienagenturfuzzis.” Und nein, World of Warcraft zocken die eher nicht. Trotzdem: toller Kaffee-Job, Leute. Ohne euch müssten wir Filterkaffee a la Palast schlürfen und der macht nur ganz fickerig. Ist aber ein logistisches Problem. “Wir müssten sonst 13 Maschinen pro Stand haben,” meint der nette Barmann in der unteren Ebene. Da ist es übrigens nicht so voll. Man MUSS nicht Schlange stehen, Leute.

Treffen, treffen, treffen. 

Hallo Leute, wir sind da und ihr auch. Das finden wir gut, es ist uns ein Vergnügen. Wir lächeln uns an, warum auch nicht. Wir haben Spaß, wir erzählen uns – ähm, ja was eigentlich? Irgendwas halt, ist doch egal.

Währenddessen…

dröseln einige schon die Trefferquote auf. Es gib Leute,

  • … die man kennt und trifft. 
  • … die man ohnehin ständig und hier jetzt auch noch trifft.
  • … die man nicht kennt und nicht trifft.
  • … die man kennt und die man nicht trifft.
  • … die man kennt und trifft und nicht treffen will.
  • … die man kennenlernt. Das ist dann der Volltreffer.

Währenddessen…

Sitzen diese Damen herum und beraten dich über die wichtigste Sache der Welt: Kohle machen. Sprich sie an. Vielleicht wirst du reich. Vielleicht auch nicht. Alles geht, der Himmel reißt auf – ach, nee, heute nicht.

Damen

Währenddessen…

Fordert Tauss auf Twitter Seniorenplätze, nachdem r in der WLAN-Lounge tief gebeugt über dem Macbook gesichtet wurde. Lieber Jörg, du bist hier willkommen, wie alle 50+-Nerds. Wir sind alle Bekloppte, da schadet einer nicht. Aber Extrawürste, sorry, das geht mal gar nicht. Reicht ja schon, dass es die Business-Lounge gibt, in die man reinkommt nach Bändchenfarben. Vorsortierte Vorsortierte, denn die Farben gibts nach den Tagen, an denen die Spieker sprechen. Ausnahmen natürlich für die VIPs und die Business-Partner. Ohne gehts nicht, ist doch klar. Ein bisschen Sonderbehandlung haben die sich verdient, oder?

 

 

Am Lahmort

Jaha. Es ist graues Wetter, trübe, trist, pieselig. Wisst ihr was? Scheiß drauf! Geht halt auf die Konferenz, trefft euch mit Menschen. Wer braucht das Naturdingens? Keine Sau.

re:Mett

Überfordert! Die Bäckerei kriegte es nicht gebacken. Das Mett war schnell alle. Nächstes Mal doch wieder Sushi? Jemand Ideen?

Währenddessen…

Hat Qype-Oberarbeiter @Moe mal was nützliches auf die Beine gestellt: re:NOM – eine Liste mit Futterkrippen und Wasserstellen in Konferenznähe. Falafel, Pizza, Curry, Café  - alles dabei. Sieht gut aus. Den Bewertungen kann man zwar wie immer nur bedingt trauen, egal, hingehen, selber ausprobieren.

http://www.qype.com/lists/712546–rp11

Wärenddessen…

Die Schlange an den Countern länger wird, fluchen die Raucher auf das Scheißwetter. Denn es gibt kein Vordach oder ähnlich Kopfüberdeckungen. Bedeutet: Fluppe wird nass, Kopf wird nass, Gespräche extrem kurzatmig. *husthust* Hilft nix, Schultern hochziehen und durch. Raucherfeindliche Veranstaltung, soviel steht mal fest. Anonymous, bitte übernehmen Sie! Wir brauchen eine Qualmlounge!

Währenddessen…

“Ich glaube, ich habe gerade Fefe gesehen.” – “Wer issn das?” – “Ist da gerade um die Ecke gegangen. Ich glaube der nimmt den Hintereingang.”

Währenddessen …

Bei Foursqaure ist die re:publica ein Schwarmort. Wenn man sich mal einchecken könnte. Denn: das UMTS lahmt mal wieder, zumindest in den Tiefen des Palastes.

Währenddessen…

Klebt man sich farbige Vierrecke auf die Pappkärtchen, sogenannte Sticker. Es gibt #blau oder #rot oder #gelb.

Was das soll, darüber wird zunächst gerätselt. Die Auflösung liefert Tanja vom rp11-Team: wenn man den hashtag einmal verwendet zusammen mit #rp11, dann werden die eigenen Tweets so eingefärbt in Zukunft angezeigt auf der großen Wall. Es gibt dort dann sich bildende Kontinente und Aktivitätsbalken in der Projektion. #rot lag vorne bei der Eröffnung. “Ihr twittert ja sowieso, diesmal mit System, das ich zwar nicht verstehe, aber egal” meinte Tanja zum Sinn der Sache. Passt schon, wir machen mit.

Währenddessen…

Stellen sich die drei Moderatoren vor in drei Sprachen. “Wir sind ja so international”, meint Knüwer, der seinen Beruf Unternehmensberater nur flüstern mochte. Scherzhaft natürlich.

Währenddessen…

Grüßt ein veritabler Astronaut aus der ISS im Raum schwebend die re:publica.

Markus Beckedahl schaltet seine Digitale Gesellschaft frei. “Schaut es euch an, wenn die Webspite nicht zusammengebrochen ist, weil alle draufgehen.”

Froh sind wir, dass die Frauenquote 30 Prozent sein soll. Das finden wir außerordnetlich gut, das kann die Atmosphäre nur verbessern. #hach

Schade, Johnny, heute sehr kurz, mit kurzem Nervösheits-Zusammenbruch. Keine programmatische Rede, sondern gleich Programm. Thema Design. Kann man dann bitte die Speaker zwingen, nix über ihr Unternehmen zu sagen. Schwacher Beifall brandet auf, als Speaker Philipp Schäfer bemerkt, heute nix über Apple zu erzählen.

Leute, solche Vorträge kann man ja machen, aber als Eröffnungsvortrag, in dem fast alle erstmal sitzen, ist das ziemlich lahm. Schäfer ahnt bereits, dass er langweilt. Nuschelt dann aber weiter, und zurück zu …

Ach, Menno, wir sind noch verpennt, wir brauchen frische Gedanken, klar durchdacht und hinausgebellt. Die uns mitreißen und und den Gedankenfäden für die nächsten Tage spinnem, mit denen wir weiter weben. Und die Frage auf die Frage, was die größte Herausforderung unserer Zeit ist, auch eine Antwort parat haben.