“Creative Internet Business. Made in Germany?” – Das erste Panel auf der #rp12

Nach einer kurzen Redaktionssitzung, Aufteilungen der Sessions sitze ich nun in meinem ersten Panel über die Start-up-Szene in Deutschland mit Thomas Knüwer, Jens Begemann, Andreas Thümmler und Heiko Rauch.

Nach Vorstellung der Panelteilnehmer dreht sich viel um die Start-up-Szene Berlins und um Crowdfunding, was “the next big thing” für die Panelteilnehmer zu sein scheint. Schnell kommen wir auch auf den Vergleich Silicon Valley vs. Europa und im Speziellen Deutschland mit Berlin. Doch ist der Vergleich sinnvoll? Hat Berlin nicht ganz andere Stärken? Imitation ist nicht sinnvoll und das kann Berlin auch viel besser, meint wooga-Chef Jens Begemann.
Liegt die Stärke nicht gerade auch in der Internationalisierung? Bei wooga arbeiten mittlerweile Menschen aus 35 Ländern. Damit bekommt man einen globalen Blick und schaut über den Tellerrand “Deutschland”.

“War of Talents” – ist Berlin so hipp, dass es darum so viele Talente anzieht? Es ist immer noch mittelarm, mittelreich, selbst Amerikaner ziehen für Jobs nach Berlin. Was ist das Geheimnis? 

“WIr haben es geschehen lassen, wir haben die Start-up-Szene geschehen lassen” – mit Förderprogrammen und Unterstützung auf allen Gebieten (günstige Wohnräume, Büroräume, etc.) konnte die Szene wachsen und Berlin ist immer noch groß genug, um noch weiter zu wachsen. 

Wo finden wir die besten Leute, wo stimmt das Umfeld für unsere internationalen Ambitionen – es geht nicht um weltweites Lohndumping. Darum hat sich wooga für Berlin entschieden, auch wenn wohl die Entwickler in Frankfurt nun preiswerter sind (stellt euch hier Gelächter der Masse vor). 

Die erste Frage zu Ufo kommt auf – was sei es denn genau, wie funktioniert es. Gibt man 10% ab und sagt, für die 10% besorgt mir Geld, Entwickler, etc.? 
Es ist eine Facebook-App und Du lädst Deinen Pitch und alles, was notwendig ist, darüber hoch. Crowdsourcing at its best und mit Kickstarter als Vorbild.

Kommen wir zur rechtlichen Situation für Gründer in Deutschland. Daran sollte es nicht scheitern, meint Heiko Rauch. Aber im steuerlichen Bereich könnte man Anreize schaffen, bessere Abschreibung für Business Angels, damit die mehr, gerne und risikoreicher in deutsche Start-ups investieren. Und schon landen wir beim Leistungsschutzrecht…

Förderprogramme und Subventionen sind sogar überflüssig und sollten anders eingesetzt werden, denn sie sind selten Motivation für Gründungen, eher eine Mitnahme, weil es einfach Geld für lau gibt. Die Energie der Politik sollte mehr darein fließen, die Angst zu minimieren.

Die Zukunft kann auch nicht sein, die Geschäftsmodell diverser Branchen zu sichern. Doch bis dahin ist ein mentaler Wechsel nötig. So lange die Regierung eher das Leistungsschutzrecht anstrebt, wird das schwierig.

Applaus findet auch die Aussage, dass Solo-Selbständige sozial besser gesichert werden sollen, denn auch vor allem Berlin ist eine Coworking-Hochburg und da steckt sehr viel Potential für Start-ups. Da ist die Regierung gefordert, um das Bild des Unternehmers zu positivieren und Entrepreneurships in Deutschland zu stärken. 

Nächste Frage: Wie ist die Bedeutung von Crowdfunding und wie entwickelt sich das in Deutschland die nächsten Jahre? – die Investoren sagen, dass es interessant sein kann, aber es ist noch sehr schwierig. Es gibt keine standardisierte Vergleichsmöglichkeiten, dann gibt es die Copy Cat-Problematik mit Scouts auf den Plattformen, Vertraulichkeit, Preisgabe von Ideen – wir sind da noch ganz early stage und die Szene wird gerade wahnsinnig gehypt. Wir werden sehen…
Es ist eine große Chance, vor allem für Gegenden ohne extreme Liquidität wie im Silicon Valley. Crowdfunding kann also eine Chance auch und vor allem für Berlin sein.
Andere Modelle der Finanzierung werden diskutiert und auch wooga wurde eher klassisch finanziert: mit Eigenkapital und Venture Capital.

Schadet das Urheberrecht der deutschen Start-up-Szene? Täuscht die Wahrnehmung von Talkshows und der eigenen Umgebung? Ist es eigentlich wesentlich entspannter? Funktioniert das Urheberrecht? Etablieren sich nicht andere Geschäftsmodell aus den Unzulänglichkeiten des Urheberrechts, siehe iTunes? Man muss aber auch differenzieren – Schutz von Inhalten vs. Schutz von Verwertungsmechanismen – und da sind wir erneut beim Leistungsschutzrecht. 
Wird sich nicht schnell genug an neue Zeiten angepasst? Merkt das die Bevölkerung? Wird die Problematik überhaupt so extrem wahrgenommen, wie es uns die Presse und die Medien weißmachen wollen? 

“Die Politik soll sich weitestgehend raushalten, sonst kommen wir in die Situation wie bei der Solarenergie in Deutschland” – der Markt wird es regeln. Fremium-Modell sind immer häufiger zu finden und so kann sich ein kleines Start-up mit einem guten Produkt relativ schnell monitarisieren. 

Vertreten die Verbände BITCOM und BVDW die Szene gut? Oder sind die Lobbyverbände eher nur Bewahrer? Wären Politiker mit gesundem Menschenverstand nicht wesentlich besser? Tausende Start-ups in Berlin, man kann sich als Politiker aber auch nicht mit jedem treffen – sind allgemeine Ansprechpartner da nicht sinnvoller? Unterschiedliche Meinungen auf dem Panel zu diesem Thema. 

Verleger von Zeitschriften aus dem Publikum merkt an, dass gerade ein stärkerer Eingriff der Politik notwendig ist, da er das Urheberrecht sehr veraltet findet und im Bezug auf das Youtube-Urteil und drohende Abmahnungen muss dringend etwas aus der Politik getan werden.
Ein schönes Abschiedwort aus dem Publikum, finde ich.

Aber für Spielehersteller wooga ist es weniger die Frage des Urheberrechts  - sie produzieren ja selber – eher ist wichtig, qualifizierte Fachkräfte zu bekommen. Aus der EU geht das noch relativ einfach, aber alles andere scheint eine Qual zu sein und wir brauchen bessere Möglichkeiten, um Arbeitsplätze zu schaffen. Da wooga auch einen Sitz in San Francisco hat, sind sie auch auf amerikanische Mitarbeiter angewiesen, doch die Zuwanderung nach Deutschland ist sehr erschwert. Ob die EU blue card daran etwas ändern könnte? Hat ein deutscher Facharbeiter dadurch Nachteile, vor allem im Lohnsektor? 

Vielen Dank für die spannende Diskussion!  

Jens auf dem Weg von Bochum nach Berlin zur #rp12 bzw. erstmal zum Lehrter Bahnhof

ICE Bochum - in Bochum (am Hauptbahnhof)Um 12:35 Uhr sollte der ICE 849 (Eberswalde) vom Hauptbahnhof in Bochum abfahren, was nicht da war, war der ICE 849 – dafür aber ein ICE namens Bochum, der gerade durch Bochum fuhr. Was ich auch ganz nett fand…

Mit ein wenig Verspätung (5 min zu Beginn in Bochum; am Ende waren es dann doch 20-30 Minuten später) fuhr der ICE dann los und dann gab es mal wieder die üblichen Technikprobleme bei der Bahn – die Reservierungen gingen nicht. Wahrscheinlich gab es wieder mal Probleme mit der Reservierungsdiskette…

 

Bloggen zur re:publica 2012 im ZugIm Zug selber habe ich dann versucht ein wenig zu bloggen, aber aufgrund der massiven Netzinstablität habe ich das kaum geschafft.

Aber wenigstens hat es dann doch noch für den Beitrag re:publica 2012 ab morgen in Berlin – live dabei sein mit rp:live gereicht, wobei ich feststellen musste, dass das WordPress-Dashboard mit Safari auf iOS beim Einbinden von Bildern quasi unbrauchbar ist – denn den Button zum einfügen eines Bildes aus der Mediathek kann man gar nicht sehen und auch nicht dahinscrollen…

Aufgrund der mangelnden Netzkapazität (und der mangelnden Zeit!) gibt es daher die weiteren geplanten Beiträge von mir für heute jetzt noch nicht, sprich die “must see sessions” usw. müssen noch warten. Werden aber nachgeholt! Wenn alles klappt schon heute Abend!

Mit ein wenig Verspätung waren wir (lustigerweise war auch noch ein Kollege von mir mit im selben ICE – aber zu einem anderen Reiseziel) dann endlich da: Am Lehrter Bahnhof (so wie der Berliner Hauptbahnhof eigentlich heißen würde, wenn man das Volk nicht übergangen hätte – siehe Wikipedia…)

Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof) Berlin

Strahlender Sonnenschein, sonnige Temperaturen – was will man mehr?!

Ethem’s Reisebericht: Köln -> Berlin

15:40h. Köln Hauptbahnhof, Gleis 2. Ich verabschiede mich von meiner Freundin. In wenigen Minuten startet der ICE 952 von Köln nach Berlin.

15:48h. Abfahrt. Pünktlich startet die Bahn. Ich suche einen freien Platz.

16:04h. Wagen 33, Sitznummer 93. Ich habe einen freien Platz gefunden. Diemal habe ich keine Sitzplatzreservierung durchgenommen. Warum auch, überall leere Platze. Wir – ein jüngerer Mann, der bestimmt auch zur #rp12 fährt – und ich sitzen an einem 4er-Tisch. Mein Notebook habe ich bereits ausgepackt und mit meinem Modem-fähigen Smartphone verkuppelt. Ich verfluche meinen Telko-Provider, da ich ständig Netzausfälle habe.

16:10h. Ich checke meine Tweets – nichts Neues. Mein Smartphone vibriert im Sekundentakt: das rplive-Orga Team diskutiert fröhlich via Whatsapp. Die Vorfreude steigt stetig. Der UMTS-Empfang ist erstaunlich gut.

16:15h. Ich öffne meinen Browser und überlege mir einen Reisebericht für rplive zu schreiben. Ich schreibe einige Sätze. Im Hintergrund führt ein Tourist sein eigens erstelltes Smartphone-Video vor – in voller Lautstärke. thx.

16:14h. Ich mache einen Schnappschuss mit meinem Smartphone, damit ich dem Reisebericht auch ein schönes Bildchen verpassen kann. Ich warte auf den Dropbox-Image-Sync, damit ich das Foto auf meinem Notebook verwendet kann.

16:25h. Auf meinem Notebook ist gar nicht die aktuellste Dropbox Version mit Foto-Import installiert. Erst einmal die neuste Version herunterladen und installieren. #FirstWorldProblems

16:41h. Import ist durch und das Bild ist hochgeladen. Ein Fahrgast knallt mit seinem Koffer gegen das Knie des Smartphone-Video-Touristen. Er schreit auf und es gibt eine kleine Diskussion. Wenigstens ist es jetzt wieder leiser.

16:46h. Das Wetter ist sehr schön und die Klimaanlage des ICE weht eine angenehme Kühle durch das Abteil. Ich denke ich hole mir gleich ein Bier vom Bord-Birstro.

Irgendwie bin ich glücklich.

 

Schlange stehen üben #rp11

Aufregung macht sich breit

Jetzt sitze ich hier im Büro in Hamburg, der gepackte Koffer neben mir und ich weiß, mein Zug geht erst gegen 18 Uhr. Aufregung macht sich breit, schließlich werde ich einige Leute wiedersehen, die ich nun schon eine geraume Zeit nicht mehr gesehen habe und auf die ich mich sehr freue. Am liebsten möchte ich meinen Koffer schnappen und sofort loseilen, um zur re:publica zu kommen.

Doch halt, ich muss ja arbeiten. Wie kann ich den Tag nur überstehen? Tipps? – Trinke schon einen Kaffee nach dem anderen…

Dabei mag ich Berlin noch nicht mal besonders, aber das ist eine andere Geschichte… ;)