Das Internet ist in den Chefetagen der Medienhäuser angekommen – das ist die Kernaussage des Panels.
Ulrike Langer, Leif Kramp, Stephan Weichert und Alexander von Streit diskutieren auf Stage 4, vorausgegangen ist eine Befragung in den diversen Redaktionen.
Bewegt sich da was in der Entscheiderebene? Was tut sich im Journalismus? Werden Ideen adaptiert, z.B. aus Frankreich, USA und UK?
Datenjournalismus und Datenvisualisierungen sind die zu erkennenden Trends. Redaktionen statten Journalisten mit Smartphones aus für Videobeiträgen.
Aber es gibt immer noch mangelnden Innovationswillen, viel ist noch in den Kinderschuhen, z.B. auch alternative Finanzierungsmodell wie Crowdfunding oder Open newsrooms.
Wer soll das bezahlen? Es liegt so viel im Argen beim Journalismus. Wie kann man das auffangen? Es herrscht ein Mangel an Zeit und Ressourcen, vor allem im Lokaljournalismus. flattr und kachingle bringt noch nicht so viel. Man muss dem Ganzen aber auch Zeit geben.
Stiftungsjournalismus könnte aber ein weiterer Weg sein. Gibt es stark in den USA und in Deutschland gibt es das Projekt VOCER, welches stiftungsfinanziert ist. Klare Aussage aber: die Politik hat und muss sich raushalten aus dem Journalismus!
Wie verändern sich Handwerk und Ausbildung? Ein wichtiger und großer Punkt in der Befragung.
Wie muss die Ausbildung sich verändern? Nutzung sozialer Netzwerke, hyperlokaler Journalismus als neuer Ansatz, Crowdfunding-Konzepte.
Als Einstieg in die Diskussion wird ein Interview mit Jay Rosen (auf Zeit online) gezeigt – das Panel hatte die Möglichkeit, ihn in New York für dieses Interview zu treffen. In seinem Blog “Rebooting The News” greift er den Wandel des Journalismus auf – die Notwendigkeit, strukturelle Änderungen herbeizuführen.
Vernetzung, um Redundanzen zu vermeiden – etwas, was in Deutschland selbst in der Blogosphäre noch nicht angekommen ist. Leider.
Gleichzeitig kann der User mit eingebunden werden. Aber da greift die 90:9:1-Regel bei der Partizipation. Es hat dann ein Wandel in der Einladung zur Partizipation stattzufinden, um mehr Menschen zu erreichen und zum Mitmachen zu motivieren.
Partizipationsmodelle entwickeln ist auch in Deutschland ein Thema, aber hier ist man eher auf dem Standpunkt, der User schreibt nur Müll, was sollen wir halt machen – so Ulrike Langer. In den USA ist man schon aktiv am Verändern, direkt an den Universitäten, in Zusammenarbeit mit den Medien.
Journalismusstudenten in den USA gehen auch eher mit dem Wissen aus der Uni und mit dem Blick auf die finanzielle Realisierbarkeit von ihren Projekten. Wie kann man wo was wie umsetzen und gegenfinanzieren.
So gibt es auch Doppelstudiengänge Journalismus und Programmieren – z.B. Studiengang von Emily Bell.
Botschaft: Ausprobieren! Manches kann man auch mit kleinen Teams wuppen.
Diskussionsrunde – kollektives Video gucken vs early adopter mit tieferem Wissen?! Es wird hart für das Panel…
Wenn 2012 die Erkenntnis in der Chefetage ankam, wo waren die die letzten 6 Jahren? Soll man ihnen alles vor die Füße werfen? Innovation ging noch nie von den Medien aus, wird aus dem Publikum eingeworfen. Spannende Diskussion für mich, die bisher eher wenig mit Journalismus zu tun hat und hatte.
